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Covid 19: Keine erhöhte Infektionsgefahr im ÖPNV

von Simone Röver

Die regelmäßige Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel birgt kein erhöhtes Risiko einer Corona-Infektion.

Zu diesem Ergebnis kommt eine in dieser Form bisher einzigartige Studie der Charité Research Organisation (CRO), die im Auftrag der Bundesländer und des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) das konkrete Ansteckungsrisiko von Fahrgästen in Bussen und Bahnen mit dem von Pendlerinnen und Pendlern verglichen hat, die regelmäßig mit Pkw, Motorrad oder Fahrrad unterwegs sind. Damit wurde eine Lücke bei den vorhandenen wissenschaftlichen Untersuchungen in diesem Bereich geschlossen.

Dies teilt das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung in einer entsprechenden Pressemitteilung mit. In dieser führt Niedersachsens Verkehrsminister Dr. Bernd Althusmann zu dem Ergebnis der Studio aus: „Das sind gute Nachrichten für die Fahrgäste und die ÖPNV-Branche. Wir wissen, dass nach wie vor viel Unsicherheit bei Fahrgästen und –personal im ÖPNV besteht. Niedersachsen hatte sich deshalb sehr stark dafür gemacht, das tatsächliche Infektionsrisiko erstmals gezielt wissenschaftlich untersuchen zu lassen. Die Ergebnisse der Studie, die auf die Situation in Niedersachsen übertragbar sind, belegen eindeutig, dass kein höheres Infektionsrisiko bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel besteht. Gleichzeitig belegen sie, dass die sorgfältigen Infektionsschutzmaßnahmen der Verkehrsunternehmen und die staatlichen Schutzvorgaben wie die Maskenpflicht im ÖPNV wirksam sind. Das schafft Sicherheit für alle, die auf die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind. Keiner muss Sorge vor einer Infektion haben, wenn er Bus und Bahn nutzt. Ich hoffe sehr, dass die neuen Erkenntnisse dazu beitragen, in den nächsten Wochen immer mehr Fahrgäste für den ÖPNV zurückzugewinnen.“

Niedersachsen hatte sich mit 177.000 Euro an der Finanzierung der rund 2 Millionen Euro teuren Untersuchung beteiligt. Für die unabhängige epidemiologische Studie hat die Research Organisation der Berliner Charité über fünf Wochen lang insgesamt 681 freiwillige Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) begleitet, die entweder mit dem ÖPNV oder mit dem Individualverkehr (Auto/Fahrrad) zur Arbeit, Schule oder Ausbildung pendelten.

Zielsetzung dieser Untersuchung war, die Infektionsgefahr von Fahrgästen nicht unter Laborbedingungen oder auf Grundlage statistischen Berechnungen abzuschätzen, sondern im Rahmen der alltäglichen Fahrten zu ermitteln. Ein solcher Ansatz ist im Rahmen von Covid-Untersuchungen im Mobilitätssektor bislang einzigartig.

Das Forschungsinstitut CRO hat dabei keinen Unterschied im Hinblick auf ein mögliches erhöhtes Infektionsrisiko bei der ÖPNV-Nutzung im Vergleich zum Individualverkehr festgestellt. Die regelmäßige Nutzung von Bussen und Bahnen führte laut Studie nicht zu einer höheren Ansteckungsgefahr. Auch im Vergleich verschiedener ÖPNV-Verkehrsmittel wurden keine Unterschiede festgestellt. Die zum Zeitpunkt der Untersuchung gültigen Schutzmaßnahmen, also die FFP2-Maskenpflicht, ausreichende Abstände und gute Durchlüftung der Fahrzeuge im ÖPNV, waren auf Basis der Studie wirksam.

 

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