Bombenentschärfung in Hoya


VGH-Busse brachten Bürger/innen zu den Sammelunterkünften

Wer kennt sie nicht, die Meldungen, dass irgendein Stadtteil geräumt werden muss, weil mal wieder eine Bombe bei irgendwelchen Bauarbeiten gefunden wurde? Wir hören das im Radio, aber irgendwie ist das ja immer in der großen Stadt, weit weg und geht uns eigentlich gar nicht so richtig an. Ebenso, wie das Bombenattentat im nahen Osten. Man hört es und tut es gleichzeitig ab.

Nun traf es Hoya, die bisweilen etwas verschlafene Stadt in der Mitte Niedersachsens. Die Älteren können sich gewiss noch erinnern, dass auch Hoya nicht von Bomben verschont blieb, war dort doch im zweiten Weltkrieg eine Fliegerstaffel stationiert und hier gab und gibt es die beiden Brücken über die Weser. Damals natürlich von strategischer Bedeutung. Im Rahmen der beabsichtigten Vertiefung der Weser wurde man nun auch hinsichtlich eines Blindgängers aus dem zweiten Weltkrieg fündig.

Und plötzlich war all das, was sonst immer nur weit weg ist auch bei uns Realität. Am 01.Oktober sollte dieser Blindgänger entschärft werden. Die Aktion war von langer Hand geplant. Polizei, Feuerwehren und Technisches Hilfswerk waren im Einsatz. Die Bevölkerung wurde informiert, denn aus Sicherheitsgründen musste in einem Radius von 1500 Metern die Stadt geräumt werden. Das waren bereits wesentliche Teile des Stadtgebiets.

Gut, dass die Stadt Hoya, der Landkreis Nienburg und weitere Gemeinden über ein eigenes, kommunales Verkehrsunternehmen verfügen. Gut, dass bereits zeitnah kurz vor deren Eröffnung, die Evakuierung des Seniorenwohnheims in Hoya durch die Feuerwehr und die Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya geübt wurden. So war man auf diese echte Krisensituation vorbereitet. Gemeinsam mit den Verantwortlichen der Stadt Hoya wurden drei Sammelplätze eingerichtet, an denen Bürgerinnen und Bürger sich einfinden konnten, um dann mit den bereitgestellten Gelenkbussen der Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya in die vorgesehenen Sammelunterkünfte verbracht zu werden. Die Einsatzleiter der VGH, Hilmar Mügge und Christian Schröder standen sowohl mit den Fahrern, als auch mit den Einsatzstellen in Kontakt.

Nicht nur die Fahrer der VGH, auch die Passagiere und insbesondere die Hilfskräfte hatten sicherlich ein mulmiges Gefühl, denn nicht ohne Grund wird so weiträumig geräumt. Die Chance, dass eine solche Bombe denn auch mal explodieren kann ist gegeben. Hut ab also vor all diesen Hilfskräften und den Fahrern der VGH, welche sich in diese nun doch reale Gefahr hineinbegeben haben. Alles ging gut, die Bombe wurde entschärft und die Bürgerinnen und Bürger konnten nach wenigen Stunden wieder in ihre Wohnungen oder an Ihre Arbeitsplätze zurück.

Bereits am Folgetag gab es auch eine Manöverkritik, denn aus einer solchen sehr speziellen Situation kann man selbstverständlich lernen und besser werden. Unter dem Strich blieb jedoch das Fazit, dass es gut ist, ein eigenes kommunales Verkehrsunternehmen zu haben, denn dann sind selbstverständlich auch die Kommunikationswege im Sinne einer positiven Versorgung der Bevölkerung kurz.

 
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